Abende im Kirchenraum – Renovierungsbedürftige Kirche

Heute stelle ich Ihnen eine Station vor, bei der ich im Rahmen der „Abende im Kirchenraum“ lange verweilte. Eine Station, die mich noch immer nachdenklich stimmt.

Leider gibt es in unserer Kirche einige Stellen, die eigentlich der Renovierung bedürfen. Offenbar gibt es Probleme, das Regenwasser vom Dach zuverlässig in die Abflussrohre zu leiten. Stattdessen dringt es ins Mauerwerk ein und beschädigt dieses.

Hier im Bild sehen Sie eine Stelle, die renoviert werden müsste!

Renovierungsbedürftige Kirche

Neben der Tatsache, dass ein solcher Renovierungsbedarf aus der Sicht eines Gebäudeverwalters ärgerlich ist, ergibt dies für uns ein interessantes Bild: Von dieser Kirche im speziellen und der katholischen bzw. christlichen Kirche im Allgemeinen. So gibt es in d(ies)er Kirche neben den Heiligen(figuren) eben auch die bröckeligen Stellen.

Es passt zu der Sichtweise des zweiten vatikanischen Konzils auf die Kirche. Das Konzil hat nämlich Schluss gemacht mit dem uneingeschränkten Gerede von der heiligen und makellosen Kirche. Das Konzil spricht vielmehr von einer Kirche, die „unter der Wirksamkeit des Heiligen Geistes nicht aufhöre, sich selbst zu erneuern“ (LG Nr. 9).

  • An welchen Stellen ist die (katholische) Kirche aus Ihrer Sicht erneuerungsbedürftig?

Vergissen Sie dabei aber nicht das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Mt 13,24-30). Dort fragen die Knechte: „Sollen wir gehen und [das Unkraut] ausreißen?“ Er entgegnete: „Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte.“

 

Abende im Kirchenraum – Der Heilige Bartholomäus

Wie bereits angekündigt starten wir heute unsere „virtuellen Abende“ im Kirchenraum. Wir freuen uns, dass wir das spirituelle Angebot vom 9. Mai 2014 in unserer Kirche ins Internet verlängern können. Dafür bedanken wir uns bei Jugendpfarrer Daniel Kunz, der Dekantsratsvorsitzenden Gabriele Bank und dem Dekanatsreferenten Ulf Günnewig.

St. Bartholomäus

Der Heilige Bartholomäus ist einer der Zwölf. Er gehört also zum engen Kreis der Jünger Jesu (vgl. Markus 3,14-19). Damit ist Bartholomäus einer der ältesten Heiligen des Christentums. Gleichzeitig bedeutet dies jedoch auch, dass wir nur sehr wenig über ihn wissen und dass die Zeit lang war, in der sich Legenden und Geschichten entwickeln konnten.

Bei der Verehrung von Heiligen geht es aber nicht nur um die angeblichen „wahren Berichte“ über deren Leben. Stattdessen können die (vielleicht erfundenen) Geschichten, die über die Heiligen erzählt werden, zu einer Inspirationsquelle für unser eigenes Leben werden. Schließlich sind wir selbst Heilige, wenn wir getauft sind und an Jesus Christus glauben. Denn in der Taufe wurde alles, was uns von Gott trennt, von uns weggenommen.

Der Heilige Bartholomäus wird als Märtyrer verehrt, also als ein Heiliger, der wegen seines Glaubens ermordet wurde. Die Legende erzählt, dass er bei lebendigem Leib gehäutet und anschließend gekreuzigt wurde. Deshalb wird er oft mit einem Messer dargestellt – so auch auf dem Mosaik in der Fassade dieser Kirche. Ein äußerst grausamer Tod! Unvorstellbar, dass er in diesem Leid an seinem Glauben an Jesus Christus festgehalten hat!?

Viele Bibelinterpreten identifizieren Bartholomäus auch mit Natanaël. Über dessen Berufung wird im Johannes-Evangelium erzählt. Dort heißt es in Joh 1,47: „Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit.“ Es ist die erste Begegnung der beiden, doch Jesus scheint ihn bereits zu kennen.

  • Was würde Jesus – mit seinem liebevollen Blick – wohl über Sie sagen, wenn er nun auf Sie zukäme?

Bis nächsten Freitag!

Mehr zum Nachlesen:
Ökumenisches Heiligenlexikon