Der Adventskranz – Adventsfenster der kfd (katholische Frauengemeinschaft)

Es lag auf der Hand zu Beginn der Adventszeit den Adventskranz zum Thema unserer abendlichen Treffen im Rahmen des „Lebendigen Adventskalenders“ in Sandhofen zu machen.

Die Entstehung des Adventskranzes

Ende des 19. Jahrhunderts, in einer Zeit, in der viele Menschen Hunger leiden mussten, lebte der evangelische Pfarrer Heinrich Wichern. Die Industriealisierung hatte viele Menschen arbeitslos gemacht. Arbeitslosengeld oder eine andere staatliche Unterstützung gab es damals noch nicht. Dem engagierten Theologen lagen besonders die vielen heimatlosen Straßenkinder am Herzen. Mit Hilfe von Freunden und Spendengeldern gelang es ihm ein Waisenhaus zu bauen. Das sogenannte „Rauhe Haus“ in Hamburg war Waisenhaus und Schule zugleich.

Wichern überlegte, wie er den Kindern die Bedeutung von Advent und Weihnachten nahe bringen konnte. Bei einem seiner abendlichen Spaziergänge sah er an einem Fenster eine Kerze leuchten. Die Idee war geboren. Advent, so dachte er, redet von Gottes Licht, das in Jesus in die Welt kommt. So könnte auch das Licht einer Kerze von Gottes Reich erzählen und die Kinder 24 Tage lang auf Weihnachten vorbereiten. So kam es, dass der Pfarrer die Kinder in den Adventswochen allabendlich zusammen holte, mit ihnen Lieder sang und jeden Abend eine neue Kerze anzündete. Die Kerzen befestigte er auf einem Wagenrad und mit der Zeit leuchtete der Kranz immer heller. Und weil es den Kindern so gut gefiel schmückten sie den Holzreif mit Tannengrün. Dies war also die Geburtsstunde des Adventskranzes. 1925 hängt erstmals ein Adventskranz mit vier Kerzen in einer katholischen Kirche in Köln, 1930 in München. 1935 wird der Adventskranz erstmals kirchlich geweiht. Die Kränze wurden mit der Zeit immer kleiner und man beschränkte sich schließlich auf vier Kerzen. 1. Dezember - Adventsfenster der kfd - Sandhofen (Katholische Frauengemeinschaft) In der Mitte unseres Fensters hängt der Kranz. Die grünen Zweige sind Sinnbild für die Hoffung und das Leben zugleich. So sind die immergrünen Tannenzweige ein Zeichen der Hoffnung auf das ewige Leben, das wir in Jesus Christus geschenkt bekommen. Die rote Kerze steht für die Liebe Gottes zu allen Menschen. Die lila Kerze ist Zeichen der Umkehr. Die unterschiedlichen Größen stehen für das Warten. Je heller es wird, umso näher sind wir an Weihnachten.

Heute am 1. Dezember stehen wir am Anfang der Adventszeit. Uns bleiben vier Wochen, um uns auf das vorzubereiten was kommt. Gott kommt in die Welt.

Bildquelle:
Friedrich Seitz